„Eigenverantwortliche Schule ein Zukunftsmodell für den ländlichen Raum?“

war die Frage, über die am 06.06 in der Leucorea in Wittenberg auf einer FNF-Abendveranstaltung des mitteldeutschen Regionalbüros, welche in Zusammenarbeit mit dem stipendiatischen Arbeitskreis Bildung organisiert wurde, diskutiert. Image

Dabei erzielten wir folgende Erkenntnisse:

Was ist eigentlich eine eigenverantwortliche Schule? Was bedeutet dies? Es gibt keine allgemeingültige Definition für eine eigenverantwortliche Schule, weshalb  viele Bürger an unterschiedliche Aspekte denken, wenn es um dieses Konzept geht.

Budgethoheit & Personalauswahl

Unterscheiden lassen sich dabei kleine und große Aspekte, die auf unterschiedlichen Ebenen entschieden werden. Frau Petermann – Direktorin einer Sekundarschule, die Ganztagsschule in gebundener Form ist – erläuterte, zu den großen Aspekten gehören mit Sicherheit eine größere Budgethoheit für die Schule und die eigenständige Personalauswahl. Wenn diese Punkte erfüllt wären, könnte auf Probleme und Bedürfnisse einer Schule besser reagiert werden. Da es auf Landesebene momentan keinerlei Bestrebungen gibt, an diesen Punkten etwas zu ändern, haben die einzelnen Schulen in diesen Bereichen jedoch wenig Spielraum.

Berufsorientierung & Einzugsbereiche für Schulen

ImageViel leichter ist es für sie bei Themen anzusetzen, die kommunal entschieden werden bzw. selbst organisieren können und mehr Eigenverantwortung bringen würden. Zu diesen Themen gehören Berufsorientierung, Vernetzung lokaler Akteure in und um der Schule, Einzugsbereiche sowie Ideen von außen zu holen. Frau Lorenz – Mitarbeiterin in der Personalabteilung der Stickstoffwerke Piesteritz – sprach sich für eine engere Kooperation der Schulen mit den Ausbildungsbetrieben aus. Daran wird in der Region auch schon seit vielen Jahren gearbeitet. Die Leiterin der Arbeitsagentur Wittenberg, die im Publikum saß, verwies auf den Ausbildungspakt Wittenberg, der seit einigen Jahren erfolgreich verschiedenste Bildungsakteure zusammen bringt. Dennoch war sich die Diskutanten schnell einig, dass die Zusammenarbeit von Schulen, Firmen und Behörden noch weiter ausgebaut werden könne.

Die circa zwanzig Zuschauer und die Podiumsteilnehmer diskutierten angeregt über das Thema Einzugsgebiete. Ausschließlich die Eltern von Gymnasiasten können sich momentan im Landkreis Wittenberg eine Schule theoretisch aussuchen. Theoretisch, weil die Anfahrtswege oft nur eine Schule zulassen. Die anderen Schulformen sind in Einzugsgebiete eingeteilt, die, so die einhellige Meinung der Diskutanten, durch den Kreistag abgeschafft werden müssten. Eine Abschaffung belebe, so die Erfahrung aus anderen Kreisen, die Konkurrenz zwischen den Schulen. Dies führt letztlich zu einer Qualitätssteigerung in den Schulen.

Herr Richter – ehemaliger Grundschuldirektor in Jessen – führte aus, führte, dass es Anfang der 90er eine Zeit gab, in denen die Schulen in Sachsen-Anhalt deutlich größere Freiheiten hatten, als es jetzt der Fall ist. Er mochte diese Zeit, da es leichter möglich gewesen sei, auf Probleme direkt in der Schule zu reagieren.

Am Thema muss beständig gearbeitet werden! 

Als Fazit der Veranstaltung hielt die Moderatorin Frau Kuhnert fest, dass das Thema nicht ganz neu ist. Dennoch lohnt es sich, das Thema immer wieder – sowohl kommunal als auch auf Landesebene – auf die politische Tagesordnung zu setzen. Ein möglicher Konsens könne sein, dass den einzelnen Schulen die Rahmenbedingungen und die Ziele vom Land vorgeben werden, aber jede Schule selbst entscheiden kann, wie sie diese Ziele erreichen will. Denn die Schulen wissen am besten, was ihre eigenen Schüler und Schülerinnen am dringendsten benötigen.

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