Bericht zum Seminar „Beruf, Bildung Burnout – Brennst du noch oder lebst du schon? „

P1040455 P1040456 P1040460 P1040463Im Seminar des AK_B unter diesem Titel haben wir vergangenes Wochenende gelernt, was es bedeutet in unserer heutigen Gesellschaft einen „Burnout“ zu haben. Die Facetten, mit welchen wir uns beschäftigt haben, waren dabei vielfältig: Ausgehend von der Frage, welchen Stellenwert das Syndrom Burnout in unserer Gesellschaft einnimmt, welche Rolle dabei der „Stress“ spielt und wie breit das Burnout tatsächlich verbreitet ist, halten wir als erstes Fazit fest: Et is, wie et is. Wenn man das akzeptieren kann, so der selbstständige Berater und Supervisor Herbert Hirsch, ist man weit entfernt davon, ein Burnout zu bekommen. Einen umfangreichen Einblick in die Thematik aus medizinisch-soziologischer und psychologischer Sicht boten uns vor allem die beiden Referenten Thorsten Lunau, von der Heinrich Heine Universität in Düsseldorf, und Dipl.-Psych. Silke Ladwein, von der AHG Klinik Berus. Was macht schlechter Stress mit unserem Gehirn? Wie ist „Burnout“ definiert? Was hat Burnout mit unserem Bildungswesen zu tun? Umfangreiche Studien und eine anerkannte Diagnose der „Krankheit“ gibt es jedenfalls noch nicht. Was es aber für Auswirkungen auf die eigene Person und das Arbeitsleben haben kann, erfuhren wir durch einen Vortrag von Alexander Tomiczek. Hier wurde u.a. deutlich, dass die Auslöser für das „Überengagement“ (= Burnout) unterschiedlicher nicht sein können. Allein das moderne Leistungs- und Bildungssystem ist dafür offenbar nicht verantwortlich. Vielmehr ist es – wie sich bei der Plenumsdiskussion und nach Gruppenarbeiten herausstellte – ein Problem der Menschen, die in unserer Gesellschaft leben. Armin Rütten, Strategieberater zur kognitiven Optimierung und unser letzter Referent, lieferte uns dazu wichtige Anhaltspunkte. Der Film zum Thema bestätigte insbesondere einen davon: Burnout als Symptom einer erkrankten Gesellschaft. Schließlich konnten wir die erworbenen Kenntnisse angemessen reflektieren und gemeinsam über adäquate Lösungsansätze diskutieren. Wir sind zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen: Solange wir in einer Gesellschaft leben, die uns Vorgaben macht, wie wir leben sollen – und diese Disstress verursachen – wird das Problem Burnout weitere Ausmaße annehmen.Vielmehr sollte sie darauf bedacht sein, Leistung als etwas individuelles und persönliches zu definieren, durch welche jeder einzelne Lebenserfüllung finden kann. In diesem Sinne wäre das Leistungssystem alles andere als schädlich – im Gegenteil: Würde „Nichtleistung“, was nicht gleichzusetzen ist mit dem negativ konnotierten Begriff „Faulheit“ oder gar „Versagen“,  allgemein anerkannt werden, als eine essentielle Komponente einer funktionierenden Gesellschaft, so wäre ein wichtiger Beitrag dazu geleistet, dass Burnout nicht länger ein Massenphänomen ist.

– Charakterbildung und Persönlichkeitsfindung durch selbstbewusstes Denken als oberstes Ziel. Die Überzeugung, dass Leistung damit einhergeht, ebenso wie der Wettbewerb. Selbstreflexion und Freimachen von unnötigem, äußeren Druck. Diese Dinge tragen alle zu einer persönlichen und gesellschaftlichen Burnoutprophylaxe bei, müssen aber vor allem als Leitprämissen in der sozialen und politischen Öffentlichkeit verankert werden.

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